Tierarztpraxis Dr. Rogalla & Dr. Rummel

Morbus Addison/ Hypoadrenokortizismus

Hierunter versteht man eine Krankheit, bei der zu wenig Cortison im Körper vorhanden ist – ganz im Gegensatz zum Cushing Syndrom, bei dem zuviel Cortison im Körper ist.
Der Ursprung dieser Krankheit ist in den Nebennieren zu suchen. Die Nebennieren liegen beidseits auf Höhe der Nieren neben der Aorta.
Die Nebennieren bestehen aus dem Mark im Zentrum und einer Rinde. Diese Rinde produziert die Kortisone: Wir unterscheiden zwei Typen:
Mineralocorticoid und Glucocorticoid.
Die Addison Krankheit entsteht, wenn diese Kortisone nicht mehr produziert werden.
Das geschieht, wenn die Rinde geschädigt ist und diese Hormone nicht mehr liefert =Nebenniereninsuffizienz

Wir unterscheiden drei Formen der Nebenniereninsuffizienz = NNRI

Primäre Nebenniereninsuffizienz:
Die Zerstörung der Rinde kann immunvermittelt sein oder durch eine Infektion hervorgerufen werden.
Klinisch Symptome treten auf, wenn ungefähr 90 % der Rinde zerstört sind.
Sekundäre Nebenniereninsuffizienz:
Hier sind die übergeordneten Schaltstellen (Hypophyse/ Hypothalmus) erkrankt, so dass sie den wichtigen Botenstoff ACTH nicht mehr aussenden, welche wiederum die Nebennieren auffordern, die Cortisone zu produzieren.
Iatrogener Hypoadrenokortizismus:
Darunter versteht man, dass die Krankheit durch Medikamente ausgelöst worden ist.
Das kann passieren bei Patienten, die aufgrund eines Cushing Syndroms
(CS) behandelt werden und noch nicht richtig eingestellt sind oder bei Patienten, die sehr lange Kortison erhalten haben und dieses plötzlich abgesetzt worden ist.

Die Krankheitsymptome entwickeln sich je nach Grad der Erkrankung sehr unterschiedlich.
Sie reichen von Appetitlosigkeit, unspezifischem Unwohlsein, hin und wieder Leistungsschwäche, Zittern, Bauchschmerzen, blutigem Kot, vermehrtem Trinken und viel Urinabsatz und im hochakutem Stadium bis hin zum totalen, lebensbedrohlichen Zusammenbruch.
Hier muss sofort eine Intensivtherapie eingeleitet werden.
Im akuten Stadium sind die Patienten apathisch, können kollabiert sein, sind dehydriert, haben ganz geringen Blutdruck und einen zu langsamen Herzschlag
( Bradykardie ). Die Tiere leiden an einer Hyperkaliämie, die tödliche Herzrhythmusstörungen hervorrufen kann.
Die typischen Veränderungen einer Hyperkaliämie sind sehr gut im EKG zu erkennen.

Im Röntgenbild sieht man oft ein ganz kleines steilgestelltes Herz, die Lungen sind schlecht belüftet.
Die akute Addison Krise kann durch eine sofortige Dauertropfinfusion und entsprechender Kortisongabe direkt ins Blut oft gut stabilisiert werden. Nach 1-2 Tagen ist der Patient in der Regel wieder stabil und kann nun auf Medikamente eingestellt werden.
Anfänglich ist eine Kontrolle der Elektrolyte, Harnstoff, Kreatinin in ein- bis zwei -Wochenabstand erforderlich, danach reichen Kontrollen 2x pro Jahr aus.



Siehe auch: Fall des Monats 2007/04

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